Social Media Praxis – Beispiel anhand einer KMU Teil 1/3
In einer 3teiligen Serie möchte ich am Beispiel eines Kundenauftrages eine Möglichkeit zeigen, wie eine Social Media Strategie bestimmt und umgesetzt werden kann. Heute im 1. Teil sollen die Vorarbeiten, bevor
überhaupt aktiv ein Netzwerk bedient werden kann, erläutert werden. Wie immer wenn ein neues Projekt entsteht kann man eine praktische, rasch umsetzbare Lösung, oder eine umfangreiche und somit auch wesentlich teurere Lösung wählen. Ich plädiere für Erstere. Die Technik und das Design der Plattformen (insbesondere Facebook) sind zu schnelllebig als dass sich finanzintensive Lösungen für KMU bezahlt machen. Keine teuren Kunstwerke sondern einfach zu bedienende Lösungen, die jederzeit den neuen Bedürfnissen des Kunden angepasst werden können, sind meines Erachtens genau so erfolgreich. Es kommt im Endeffekt auch drauf an was man mit Social Media überhaupt erreichen will.
Natürlich haben auch umfangreiche Social Media Strategien (mit Einsatz von mehreren Plattformen, iPhone Apps usw.) durchaus Ihre Berechtigung (und Erfolg), wenn man dazu genügend Budget und Personalressourcen hat. Für Kleinunternehmer trotzdem eher weniger empfehlenswert.
Alle die sich vor einiger Zeit FMBL-Reiter mit Flash-Videos usw. machen liessen und dabei nichtwissend die Breite des Reiters auf über 520 px festgelegt haben, nehmen demnächst wieder eine Änderung vor, da Facebook die max. Breite auf eben diese Grösse reduzieren wird. Wer es nicht selber machen kann muss wieder Geld in die Hände nehmen um es machen zu lassen.
Ausgangslage
“Die Drachenburg” ist ein kleines Handelsunternehmen für Holzspielzeuge in der Schweiz. Speziell an den Holzspielzeugen ist, dass es sich dabei um ökologische Qualitätsprodukte aus Bäumen aus europäischen Wäldern handelt. Die Produkte sind so produziert, dass sie als pädagogisch wertvoll angesehen werden können. Die Herstellung erfolgt vorwiegend in kleineren Familienbetrieben, in Deutschland und der Schweiz.
Das Unternehmen ist neu auf dem Markt und betreibt bis jetzt einen einfachen Onlineshop, der von einem der Besitzer persönlich bewirtschaftet wird.
Auftrag
Erstellen eines Social Media Auftrittes, welcher auf die Zielgruppe zugeschnitten ist und die wichtigsten Plattformen die dazu benötigt werden beinhaltet. Der Einsatz von Social Media Marketing soll zukünftig als Hauptmarketingmittel eingesetzt werden.
Vorgehen
Briefing
In einem ersten Briefing beim Kunden wurde das Thema Social Media Marketing näher erklärt und erläutert. Was ist mit Social Media alles möglich, welche Vorteile bringt SMM und wo liegen die Gefahren resp. Risiken für den Kunden. Was bedeutet Social Media von der Denkhaltung her und welche Rolle spielt der Faktor Zeitaufwand. Was hat Social Media für einen Einfluss auf die Reptuation des Unternehmens.
In einem zweiten Briefing vor Ort wurden dann die Strategie, die Ziele, Verhaltensweise, wer macht was, resp. wer ist für welchen Part verantwortlich festgelegt. Dabei wurden auch die Plattformen bestimmt. Es stellte sich relativ rasch heraus, dass dem Kunden bisher ein eigentliches “Push-Element” fehlt. Der bestehende Shop ist die einzige Onlinepräsenz und ausserdem statisch. Man hat sich deshalb dafür entschieden einen Blog (WordPress) in die Strategie miteinzubeziehen und so eine Primärquelle für die Informationsverteilung ins Netzwerk zu generieren. In der Zielsetzung wurden auch die Keywörter (insgesamt 3) bestimmt. Die wiederum sollen auf allen Plattformen regelmässig verwendet werden. Neukundengewinnung, Leads, Steigerung des Bekanntheitsgrades und neue Verkäufe wurden ebenfalls als Ziele (abgestützt mit Zahlen) bestimmt.
Zusätzlich wurde festgelegt, dass wir (die Agentur) ab sofort eine Monitoring-Anlage aufbauen, mit der die Zielgruppe, Mitbewerber und ähnliche Produkte überwacht werden. Das Monitoring wird von uns selber betreut.
Das Handling mit/auf allen Plattformen soll möglichst einfach, bedienerfreundlich und zeitsparend eingerichtet werden. Es wurde der Einsatz folgender Plattformen bestimmt: WordPress Blog, Facebook Seite, Twitter, YouTube. Über letzteren Kanal sollen vor allem Videos (wie baue ich etwas zusammen oder wie benütze ich, “how to”) über Produkte aus dem aktuellen Sortimen gezeigt werden.
Die fertige Social Media Lösung soll zukünftig, wie oben schon erwähnt, als “Hauptwerbekanal” eingesetzt werden.
Kollaborative Social Media-Typen (Social Bookmarking, Bewertungsportale usw.) wurden in dieser ersten Phase noch nicht berücksichtigt.
Gegeben und zu Berücksichtigen
Auf alle Fälle muss das bestehende CI des Kunden miteinbezogen werden und soll auf allen Plattformen sofort erkennbar sein. Design und Auftritt des bestehenden Onlineshops sollen unverändert bleiben.
Die Botschaft “ökologische Holzspielzeuge mit hohem pädagogischen Wert” soll im Social Media Auftritt ersichtlich sein.
Berücksichtigt (aber noch nicht bestimmt) muss auch das Thema “Storytelling” rund um die neue Marketingdisziplin. Welche Geschichte, Themen usw. sollen erzählt werden. Diesbezüglich werden vom Auftraggeber noch entsprechende Überlegungen gemacht.
Ablauf und Aufbau
1. Schritt – Einrichten einer Monitoring-Anlage mit den Tools Google Alerts, Social Mention, Twitter Search. Es werden nur Tools berücksichtigt, bei denen ein RSS-Feed abonniert werden kann.
2. Schritt – Einrichten und personalisieren (CI) der Social Media Plattformen
3. Schritt – Vernetzung der Plattformen miteinander
4. Schritt – Implementierung, Schulung und Coaching (storytelling)
5. Schritt – Korrekturen und Anpassungen
.
Im 2. Teil werden die einzelnen Plattformen und deren Einsatzzwecke näher betrachtet
.
.

Hallo Robi,
das ist echt sehr interessant. Echt super, das du ein Beispiel Social Media Praxis hier aufführst. Ich freue mich schon auf die nächsten 2 Teile.
Mir ist noch was aufgefallen. Über der Zwischenüberschrift “Gegeben und zu Berücksichtigen” steht dieser Satz: “Kollaborative Scoial Media-Typen (Social Bookmarking, Bewertungsportale usw.) wurden in dieser ersten Phase noch nicht berücksichtigt.”
Da ist das zweite Wort Social verkehrt, haste c und o vertauscht.
Freundliche Grüße
Bernhard Babbe
Yep, stimmt natürlich. Habe die Korrektur vorgenommen. Vielen Dank für den Hinweis.
Freundliche Grüsse
Robi
[...] by Robi Lack Jun 17 2010 TrackBack Address. Nachdem ich im letzten Teil vor allem von den Projektvorarbeiten geschrieben habe, geht es jetzt um die Einrichtung und Individualisierung der [...]
Herzlichen Dank für diesen informativen Artikel. Bin Anfängerin im Bereich Social Media und kämpfe mich durch diverse Literatur, aber ein Beispiel das von Anfang an erklärt wird habe ich noch nicht gefunden. Warte mit Spannung darauf wie es weitergeht.
Hallo Claudia
Vielen Dank für dein positives Feedback. Die Serie ist abgeschlossen (siehe Links unten). Bin nur noch nicht dazu gekommen die Verweise auf den jeweiligen Seiten zu machen. Werde ich aber noch nachholen.
Hoffe, du kannst davon profitieren.
Grüsse
Robi
Teil 2
http://www.digiprodukte.ch/allgemein/social-media-praxis-beispiel-anhand-einer-kmu-teil-23/
Teil 3
http://www.digiprodukte.ch/allgemein/social-media-praxis-beispiel-anhand-einer-kmu-letzter-teil-3/
[...] des Informationsflusses ein wesentliches Merkmal gehört. Nur wenn Social Media Plattformen lückenlos untereinander vernetzt sind, kann der Infofluss auch wieder auf die eigene [...]