Warum zum Teu… brauche ich Social Media?
Das etwas andere Interview. Ich mit mir und meinen eigenen Gedanken. Sie haben richtig gelesen. Ich habe mir überlegt, welche Antworten ich wohl zum Thema Social Media und Social Media Marketing auf Skeptikerfragen, die bewusst in meinen Gedanken kreiert wurden, haben könnte.
Hier das Gedankenspiel:
Skeptiker-Gedanke: Können sie mir den Begriff Social Media und Social Media Marketing erklären? Man hört die verschiedensten Theorien. Was ist denn Social Media nun wirklich?
Ueberzeugungs-Gedanke: Der Begriff Social Media ist im Zusammenhang mit dem Internet entstanden und erst wenige Jahre alt. Die Datenleitungen sind immer schneller geworden und der Datentausch von Videos und Dokumenten wurde dadurch wesentlich vereinfacht. Parallel zu dieser Entwicklung hatten die User immer mehr auch das Bedürfnis sich im Internet mit anderen austauschen zu können. Auch die vereinfachte Technik zur Bedienung des Internets (insbesondere der Webseiten), hat dazu beigetragen, dass sich die ersten Social Media Plattformen wie Facebook, XING, MySpace, Twitter, LinkedIN bildeten. Diese Plattformen erfreuten sich schnell grosser Beliebtheit. Der User hatte jetzt auf einmal einen Ort, wo er sich mit Freunden, Bekannten usw. austauschen konnte. Und dies praktisch gratis. Soziale Medien sind also Internet-Plattformen auf denen User ihre Meinungen, Ideen, Emotionen und Erfahrungen austauschen können.
Social Media Marketing ist demzufolge die Werbemassnahme auf diesen Plattformen. Dabei geht es darum, die Benutzer so zu Beeinflussen, dass man für sein Unternehmen oder seine Marke ein positives Image aufbauen und dadurch mehr Anhänger für seine Produkte gewinnen kann.
Skeptiker-Gedanke: Wer braucht denn schon Social Media? Das ist doch nur ein Hype im Internet, der so schnell wieder verschwindet wie er aufgetaucht ist.
Ueberzeugungs-Gedanke: Ob man sich mit Social Media Marketing beschäftigen will oder nicht, muss natürlich jeder Unternehmer selber entscheiden. Tatsache ist aber, dass der Einwand „brauche ich nicht“, bei den ersten Handys und in den Anfängen des Internets auch gebracht wurde. Inzwischen besitzt jeder ein Handy und surft regelmässig im Internet. Social Media wird kaum nur ein kurzfristiger Hype bleiben, dazu ist die Vielfalt die sich mit Social Media bietet zu gross. Social Media steht erst am Anfang seiner Möglichkeiten.
Klein- und mittelständische Unternehmen haben den Dauerauftrag möglichst preiswertes und vor allem effizientes Marketing zu betreiben. Social Media bietet die Plattformen dazu. Extrem preiswert und bei einem guten Konzept und professioneller Umsetzung äusserst effektiv.
Skeptiker-Gedanke: Es soll mir keiner sagen, dass ich meine B2B Kunden auf Facebook finde, wo sich doch nur Kommunikations-Junkies tummeln, deren Hauptinteresse es ist, sich selber der Umwelt mitzuteilen.
Ueberzeugungs-Gedanke: Das kann durchaus zutreffen. Facebook hat jedoch ein breitgefächertes Publikum. Die grösste Gruppe der User bilden diejenigen in der mittleren Altersgruppe mit guter Bildung und überdurchschnittlichem Einkommen. Nur weil Facebook die grösste Mitteilungsplattform ist, heisst das noch lange nicht, dass dies auch das richtige Instrument ist um mit ihrer Zielgruppe zu Kommunizieren. Ausser Facebook gibt es noch einige andere Möglichkeiten. Jeder Dienst hat natürlich auch so seine Stärken und Schwächen. Business to Business User findet man mehr im Bereich von XING und LinkedIN. Social Media findet im Uebrigen nicht nur auf Facebook statt. Sie müssen vor allem dorthin wo sich ihre Kunden aufhalten. Dort wo man über sie und ihre Produkte spricht und sie mit ihrer Zielgruppe Kontakt aufnehmen können. Wo das ist, muss im Vorfeld zuerst mit einigen Fragen (Analyse) herausgefunden werden.
Skeptiker-Gedanke: Ja, ja, und jetzt habe ich so ein Konstrukt. Woher nehme ich die Zeit dafür das ganze zu bedienen?
Ueberzeugungs-Gedanke: Bedienen ist der falsche Ausdruck. Am besten ist, sie leben es. Und wenn sie das nicht können, dann müssen sie es zumindest wollen d.h. vor allem akzeptieren. Geht das auch nicht, dann ist es wirklich besser, wenn sie es auch lassen. Social Media muss sachlich und nicht emotional betrieben werden. Wenn sie sich am Mitmachweb beteiligen, müssen sie nämlich bereit sein, nebst Lob auch Kritik einstecken zu können. Aber zurück zur „Bedienung“ und der Zeit die dafür aufgewendet werden muss. Wenn ihre Kunden das Internet und Soziale Medien nützen um sich zu informieren, dann sollten sie ihre Marketingaktivitäten ebenfalls dorthin verlagern. Sie haben ja bis jetzt auch Zeit aufgewendet für ihr Unternehmensmarketing. Die Frage stellt sich nur, wie effektiv? Und ob in den richtigen Medien? Nehmen sie Zeit weg von uneffizienten Marketingaktivitäten und investieren sie sie dort wo sie mehr Erfolg haben werden. Dort wo sich ihre (zukünftigen) Kunden befinden.
Skeptiker-Gedanke: Trotzdem bin ich sicher, dass das ganze nicht ohne grossen Zeitaufwand zu bewältigen ist. Ich muss Twittern, habe täglich Facebookbeiträge zu machen und ein Blogpost sollte auch noch geschrieben werden. Woher nehme ich diese Zeit.
Ueberzeugungs-Gedanke: Wieviel sie wann und wie machen, muss natürlich im Vorfeld (Strategie) festgelegt werden. Tatsache ist aber, dass es nicht auf die Menge sondern auf den Inhalt des Gebotenen drauf ankommt. Ein Blog pro Woche mit einem spannenden Inhalt der dem Leser auch einen Nutzen aufzeigen kann, ist ein Vielfaches mehr Wert als tägliche Beiträge, die niemanden gross interessieren. Ausserdem sollen die Dienste ja untereinander verknüpft werden, so dass ein Beitrag in mehrere Plattformen gesendet wird. Was ja auch einer der Zwecke der Social Media Kommunikation ist. Sie schreiben einen Blogbeitrag und der wird nach der Veröffentlichung automatisch auf der Pinnwand von ihrer Facebookfanpage und in der Timeline von Twitter Followern gezeigt. Ist Google Buzz angebunden passiert die Verteilung dorthin auch automatisch. Und bei anderen Diensten funktioniert es genau gleich. Ein Video kann heute mit dem entsprechenden Dienst (gratis) mit wenigen Klicks auf den wichtigsten Videoplattformen platziert werden. Trotzdem, das oberste Ziel von Social Media bleibt die Interaktion mit den Anhängern. Es nützt nichts wenn sie tausende von Twitter Follower haben, diese aber auf ihre Tweets nicht reagieren.
Skeptiker-Gedanke: Ich habe dadurch also auch die Möglichkeit meine Produkte direkt über Social Media breit gestreut zu verkaufen? Wieso mache ich dann nicht nur das?
Ueberzeugungs-Gedanke: Nein, der grösste Fehler den man begehen kann ist ein direkter Verkauf über Social Media Plattformen. Social Media ist ganz klar Kundenkontakt, Kundenbetreuung und bestenfalls noch Kundenbindung. Die Community auf diesen Plattformen will nicht aktiv beworben werden und straft solche Aktionen mit harscher Kritik am Unternehmen oder den Produkten. Trotzdem verkaufen sie über Social Media Aktivitäten, mehr noch, mit der richtigen Strategie und Vorgehen generieren sie auch Neukunden. Ueberzeugen sie die Community mit Transparenz, Grosszügigkeit, Insiderinformationen, Tipps und Tricks über ihre Firma und Produkte und sie werden neue „Fans“ gewinnen. Die wiederum über ihre Firma oder Onlineshop ihre Produkte kaufen und auf den Social Mediaplattformen weiterempfehlen, was wiederum neue Käufe generiert. Modernes Marketing eben!
Zuhören, lernen, mitmachen…und erst dann profitieren!
Skeptiker-Gedanke: Der ist jetzt weg! ![]()


Hallo Herr Lack,
guter Ansatz, um darzustellen, was Social Media und Social Media Marketing bedeutet und was nicht geht.
Gruß Mario Carla
Guten Tag Mario Carla
Vielen Dank. Es ist wirklich nur ein Ansatz. “Gesponnene” Gedanken halt. Gutes SMM ist bekanntlich wesentlich umfangreicher . Wenn man sich aber als KMU mit dem Titelgedanken dieses Posts auseinandersetzt, dann hat man schon den 1. Schritt (in die richtige Richtung) gemacht.
Wünsche ihnen viele, gute Erkenntnisse auf der Social Media Reise Tag 40+
PS: Ich betreibe ja schon ein Social Media Netzwerk mit Blog, Facebook Fanpage, Twitter, Youtube, Flickr und XING. Wenn ich ihnen helfen kann, dann mache ich das gerne.
Gruss Robi Lack
Wenn es um Produkte oder Themen geht, die sehr persönlich sind, sind Internetforen immer noch besser als Social Networks (wegen der Anonymität).
Schließlich will ja nicht jeder, dass man weiß, dass man Diabetiker ist, oder ein Inkontinenzproblem oder gar Aids hat. Produkte zu heiklen Gesundheitsthemen sollte man besser in speziellen Foren bewerben…Mich als Konsument erfüllt es mit Sorge, dass viele heikle Themen, die früher nur in Foren behandelt wurden, in Facebookgruppen diskutiert werden. Hier muss man im Gegensatz zu Themenforen seine Identität offenlegen, um überhaupt mitlesen zu können. Wenn man das nicht tut, verstößt man gegen die Nutzungsbedingungen. Oder man muss Mehrfachaccounts anlegen, damit die Leute, die man kennt (vor allem beruflich), nicht merken, wofür man sich so interessiert. Die Privacyeinstellungen sind kompliziert und werden ständig geändert. Solange es Bedürfnis nach Anonymität gibt oder man sich vor Intoleranz oder Missachtung des persönlichen Bereichs fürchten muss, werden Social Networks die alten Internetforen nie ganz ablösen, zumal bei diesen die Gefahr, dass man auf einen Bekannten trifft, viel geringer ist und man sich nur mit Gleichgesinnten umgibt. Das sollten auch Geschäftsleute beherzigen, die Produkte aus dem Wellness(bio)bereich verkaufen, zumal diese Produkte häufig umstritten sind und noch dazu den persönlichen Bereich betreffen. Der Autor dieses Artikels sollte mal darüber nachdenken!
Hallo Anna
Dem ersten Teil deines Kommentars stimme ich voll und ganz zu. Es gibt diffizile Themen die in einem geschlossenen Forum besser aufgehoben sind.
Wie ich aber in meinem “Gedankenspiel” schon dargelegt habe, muss jeder selber entscheiden ob er Social Media gut findet oder nicht. Ich denke es braucht beides die “offenen Netzwerke” und die Foren. Wobei ich der Meinung bin, dass Foren, es sei denn es seien wirklich ganz heikle Themen wie du schon erwähnt hast, es in Zukunft schwer haben werden.
Ich bin ebenfalls in einigen Foren aktiv und bin doch immer wieder erstaunt, wie teilweise niveaulos und völlig neben den Themen vorbei, und das vor allem dank der Anonymität, diskutiert wird.
Da lobe ich mir die sozialen Netzwerke, deren Ziele es ja ist, offen und transparent zu kommunizieren.
Freundliche Grüsse
Robi Lack
[...] Teamsitzungen geplant und koordiniert werden. Übrigens wieder ein Grund mehr, auch in jedem Social Media Konzept entsprechende Mitarbeiter-Guidlines [...]
[...] immer zahlreicher auftretenden Social Media Consultanten wendet, nicht drum herum kommt gewisse “Social Media-Vorkenntnisse” mitzubringen. Ansonsten kann es (trotz oder auch wegen des Beraters ) durchaus passieren, dass die [...]
[...] Wer viele Onlineaktivitäten plant und das dürfte auf die meisten zutreffen, die in den Social Medias unterwegs sind, der muss ab und zu seine Gedanken ordnen und strukturieren. Dazu gibt es diverse [...]