Die Facebook Seite ist erstellt – aber wie geht es weiter?

Mit dem wichtigen zweiten Teil, nämlich der Vermarktung der Seite. Dazu gibt es den Weg über Facebook selber, mit interessanten Postings und Werbeanzeigen und/oder die klassische Variante über Inserate, Infoschreiben an die Kunden, Flyer, E-Mail-Abbinder, Wettbewerbe (ausserhalb der Pinnwand) usw.. Das Einbinden der Social Plugins von Facebook in die bestehenden Webauftritte sei hier ebenfalls erwähnt.

Wer also eine Facebook Seite erstellt hat, der muss sich anschliessend ums Promoten kümmern. Macht er das nicht, wird seine Seite höchstens zufällig gefunden und der Fanaufbau kann “ewig” dauern. Dabei muss man das Rad keineswegs neu erfinden. Es geht vor allem darum alle Möglichkeiten die für Ihr Unternehmen und für Sie in Frage kommen herauszufinden und die effektivsten davon anzuwenden. Da man das im Vorfeld nicht immer genau weiss, lohnt es sich auf jeden Fall ein wenig risikofreudig zu sein.

Wie man es richtig macht, zeigt momentan der Ferienort Obermutten in der Schweiz. Das im Kanton Graubünden gelegene Feriendorf mit seinen rund 80 Einwohnern hat sich für einen Facebook Auftritt entschieden und erhofft sich dadurch mehr Feriengäste.

“Wer auf den Like Button drückt, kommt an die Dorfanschlagwand”.

Diese Aufforderung steht auf dem Profilbild der Facebook Seite. Was wie eine Exekutionsdrohung tönt hat der Gemeinde in Wirklichkeit innert kürzester Zeit über 3000 Fans gebracht. In den letzten 10 Stunden alleine haben über 100 neue Anhänger den “Gefällt mir” Button geklickt.

Doch wie ist es dazu gekommen? Welche Strategie steckt dahinter?
Unter dem Motto: “Wir nehmen Sie persönlich”, verkündet der Gemeindepräsident Martin Wyss in einem YouTube Video über den gemeindeeigenen YouTube Kanal, dass von jeder Person, die von der Gemeinde Obermutten Facebook-Fan wird, ein Foto an die Dorfanschlagwand gehängt wird. Wer die überschaubare Anschlagwand im Hintergrund sieht, stellt fest, dass es nach wenigen hundert Fotos auf der Wand wohl keinen Platz mehr vorhanden ist. So war es dann auch…

Inzwischen ist die halbe Gemeinde mit Facebook-Fanfotos zugedeckt, die Dorf-Infowand reicht längstens nicht mehr aus und einige Fans stammen sogar aus Asien (was allerdings nicht weiter auch nicht überrascht).

Es ist wohl kaum das Video, welches den Run auf die Facebook Seite von Obermutten ausgelöst hat. Obwohl dies sehr authentisch und in einer guten Länge produziert wurde. Nein, es ist vielmehr die gute Medienarbeit, die den Anstoss für die plötzliche Bekanntheit gegeben hat. Von den Regionalzeitungen über das Radio bis hin zu Presseportalen wurden alle Informiert und auf die Idee der Gemeinde aufmerksam gemacht. Haben die Medien das Thema dann erst mal aufgegriffen und verbreitet, dauert es nicht lange bis die ersten Blogs, Reiseportale usw. ebenfalls auf den Zug aufspringen und so den viralen Effekt weiter fördern. Was im Beispiel von Obermutten dann auch tatsächlich geschehen ist.

Für die Gemeinde geht es jetzt darum die Anhänger bei Laune zu halten und die Vorteile des Ferienortes hervorzuheben um möglichst viele Fans behalten resp. wenn möglich neue dazu gewinnen zu können. Schaut man sich auf der Fanseite der Obermuttener um, sieht man auch, dass das bereits rege praktiziert wird.

Ein gutes Beispiel wie mit wenig finanziellem Aufwand über soziale Netzwerke viel erreicht werden kann. Natürlich gehört nebst einer guten Strategie auch immer ein wenig Glück dazu…

 

Nachtrag:
Wie ja inzwischen bekannt wurde steckt hinter der ganzen Aktion Tourismus Graubünden und die Agentur Jung von Matt. Schade kam das Outing der beiden Hauptverantwortlichen erst nach dem die Aktion schon den Höhepunkt erreicht hatte.

Es ist ja gut und schön, wenn offenbar auch von kleinen, “ärmeren” Gemeinden genügend Budget vorhanden ist für solche Aktionen. Dann sollten aber trotzdem nicht alle Influencer an der Nase herum geführt und im Glauben gelassen werden, die ganze Idee und Umsetzung käme von den “Obermuttern” selber. Die Verantwortlichen von Obermutten müssen jetzt beweisen, wie Sie die inzwischen über 9000 Fans, die sie hauptsächlich dank der Idee der Agentur erhalten haben, bei Laune halten können. Möge es ihnen gelingen ;-)

 

 

 

Robi Lack

Social Media Fan und laufend auf der Suche nach den neuesten Trends und Impressionen im Social Web. Leistet beratende Unterstützung bei klein- und mittelständischen Unternehmen in deren Web Marketing Aktivitäten. Dozent, Blogger und teilt auch gerne Sachen im Netz die wirklich teilenswert sind.

Kommentare (2) Schreibe einen Kommentar

  1. Sehr interessante Idee, vor allem, wie schnell das wächst.
    Von der Sache her sollte sich eben jeder etwas besonderes einfallen lassen.

    Viel Erfolg allen, die das hier lesen!

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