Die passenden Social Media Plattformen finden – Schritt 4

Wenn die Ziele gesetzt sind und die Social Media Strategie steht, fehlt noch die Auswahl der geeigneten Plattformen. Dabei müssen genau die Kanäle identifiziert werden, die die Zielgruppen frequentieren und die zu den Zielen, Ressourcen und Angeboten des Unternehmens passen. Betreibt ein Unternehmen von Anfang an ein konsequentes Monitoring (siehe dazu auch Schritt 2), so konnten bis jetzt bereits schon erste Erfahrungen bezüglich des Aufenthaltes der eigenen Zielgruppe gemacht werden.

Wichtig ist, dass die Social Media Kanäle gut untereinander vernetzt werden. Beiträge die Sie in einem Blog freischalten, sollten daher auch auf  mehreren Kanälen wie Facebook, Twitter und wenn es Videos darunter hat auch auf YouTube eingebunden werden. Social Media Marketing lebt davon, dass man mit seinen Mitteilungen eine möglichst breite Masse anspricht. Dazu gehört der Einsatz verschiedenster Kanäle für die gleiche Info.

Hier ein Überblick über die wichtigsten Kanäle mit ihren Vorteilen und Anforderungen:

Corporate Blog

Corporate Blogs sind gut geeignet, wenn das Unternehmen viel zu berichten hat. Ein eigener Blog bietet die größte Freiheit, Texte, Bilder und Animationen einzustellen, Produkte zu präsentieren, Blicke hinter die Kulissen zuzulassen und Diskussionen zu starten. Ein guter Blog findet im Laufe der Zeit seine Anhänger, die mit dem Unternehmen leben und es in Notsituationen sogar unterstützen. Mit einem Blog erarbeiten Sie Ihre Reputation und können sich, beispielsweise in einem Themenblog, als Fachmann/-frau resp. Experte/-in profilieren. Da der Blog meistens ein Bestandteil der Firmenwebseite ist, bietet sich dabei auch die Möglichkeit immer wieder dezent auf die eigenen Produkte und Dienstleistungen aufmerksam zu machen.

Für mich persönlich ist der Corporate Blog (Firmenblog) einer der wichtigsten Social Media Kanäle.

Tipps für Corporate Blogs:
Was ist ein Blog?
So funktioniert ein gutes Corporate Blog
Corporate Blogs für Gründer

Facebook

Hier lockt vor allem der virale Effekt, der über das Netzwerk aus Freunden möglich wird. Social Network Plattformen wie Facebook erfordern allerdings regelmäßige Pflege, interessante Inhalte und eine persönliche Note auch bei Unternehmensseiten. Facebook eignet sich vorrangig für B2C-Angebote, die sich an eine möglichst breite Zielgruppe wenden. Wenn Nischenprodukte ausreichend treue Fans für sich gewinnen können, gehört Facebook auch hier in die Strategie. Grundsätzlich sollte aber im Auge behalten werden, dass Facebook seine eigenen Regeln hat, die den Ambitionen der Unternehmen vor allem bei Gewinnspielen nicht immer entsprechen. Facebook bietet Unternehmen die Möglichkeit eine eigene Page (Facebook Seite) einzurichten, ähnlich eines Corporate Blogs. Die Seite kann zudem mit Anwendungen erweitert, angepasst und individualisiert werden.

Wichtig zu wissen ist hier vielleicht auch noch, dass es nicht auf die Menge der Fans drauf ankommt, sondern vielmehr geht es um die Kunst seine Fans zum aktiven Mitmachen zu bewegen. Natürlich brauchen Sie schon einige Hundert Fans, damit überhaupt ein Grundrauschen entsteht, was für eine lebendige Fanpage Grundvoraussetzung ist.

Links:
Was ist Facebook?
Facebook für KMU
Facebook und der Mittelstand

Twitter

Twitter sollte dann in die Strategie aufgenommen werden, wenn häufig Meldungen anfallen, die kurz sind und schnell verbreitet werden sollen. Follower können so beispielsweise über die aktuelle Entwicklung eines neuen Produkts oder eines Unternehmens auf dem Laufenden gehalten werden. Kleine Unternehmen wie z.B. Friseure können freie Termine twittern. Hier spielt auch die Nutzung mit mobilen Endgeräten eine große Rolle, d.h. Kunden, die sich gerade in der Nähe eines Geschäfts oder Restaurants befinden, können per Tweet mobil über die Schwelle gelockt werden. Gefällt das Angebot, wird es sicher auch per Re-Tweet weiterempfohlen. Allerdings ist diese Art des Marketings in den deutschsprachigen Ländern noch nicht so verbreitet wie beispielsweise in Amerika. Twitter kann aber auch als Recherchekanal oder als Support/Service Kanal für Kunden oder Lieferanten eingesetzt werden. Dann aber eher als geschlossener (nicht öffentlicher) Kanal.

Links:
Was ist Twitter?
Twitter zur Neukundenakquise

XING

Die grösste Businessplattform im deutschsprachigen Raum. Mit XING können vor allem Geschäftsführer kleiner Unternehmen ein Social Network aus potenziellen Kunden, Partnern und auch möglichen Mitarbeitern aufbauen. Hier stehen der Erfahrungsaustausch und die Diskussion in den Gruppen im Vordergrund. Das eigene Unternehmen kann aber über einen Link eingebunden werden. Bei XING muss die Strategie langfristig ausgerichtet sein, da die Beziehungen erst langsam aufgebaut werden müssen.

Links:
Was ist XING?

YouTube

Videos werden im Social Network immer wichtiger, da sie nicht nur Informationen ansprechend transportieren, sondern auch gerne weiterempfohlen werden. Die Klickrate bei Videos ist um ein vielfaches höher als bei Bildern oder gar nur Text. Ein eigener Channel in YouTube lässt sich schnell einrichten und mit Schlüsselwörtern optimieren.

Link:
Was ist YouTube?
Videomarketing in sozialen Netzwerken

Social Bookmarking und Social News Dienste

Diese Plattformen bestehen schon etwas länger, gehören aber durchaus auch zum Social Network. Denn dort können nicht nur Seiten als Bookmarks eingetragen oder News vorgeschlagen werden. Größere Portale wie Mr. Wong, oneview oder yigg bieten umfangreiche Community-Funktionen zum Diskutieren und Bewerten der Vorschläge. Diese Kanäle können mit der richtigen Strategie folglich auch helfen, das eigene Unternehmen bekannter zu machen, nämlich in dem dort gelagerte und gut getaggte Beiträge auch von anderen Usern gefunden werden.

Weitere Kanäle

Das Web bietet noch eine Vielzahl weiterer Plattformen, auf denen Informationen nach einer kurzen Registrierung unkompliziert veröffentlicht werden können. Beispiele dafür sind posterous.com, foursquare.com, amplify.com oder paper.li. Allerdings stammen viele dieser neuen Angebote aus den USA, so dass englisch als Sprache dominiert.

Der Socialmediaplaner von Inpromo kann Ihnen möglicherweise auch noch weitere Informationen geben.

Die Rolle der Agenturen

Eine Online-Marketing oder Social Media Agentur kann Ihnen bei der Beratung der richtigen Kommunikationskanäle sehr behilflich sein. Nicht nur dabei, sondern auch in der ganzen Konzeptionsphase lohnt sich die Mithilfe einer guten Agentur zu prüfen. Vor allem auch um Stolpersteine und Leerläufe zu vermeiden.

 

Im nächsten Blogbeitrag geht es dann um den eigentlichen Start mit den eigenen Social Media Aktivitäten.

 

Weitere Beiträge zu dieser Serie:

1. Die Vorbehalte der KMU gegenüber den Social Media Diensten

2. Der Einstieg in die Welt der sozialen Medien

3. Monitoring für klein- und mittelständische Unternehmen

4. Strategie und Zielsetzung

5. Die passenden Social Media Plattformen

6. Starten und (dazu) Lernen


 

Robi Lack

Social Media Fan und laufend auf der Suche nach den neuesten Trends und Impressionen im Social Web. Leistet beratende Unterstützung bei klein- und mittelständischen Unternehmen in deren Web Marketing Aktivitäten. Dozent, Blogger und teilt auch gerne Sachen im Netz die wirklich teilenswert sind.

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