Social Media Marketing,Thomas Gottschalk & ARD – Eine erfolgsbringende Kombination?

Das Interesse der Medien ist groß: Seit kurzem läuft in der ARD die neue Show von Thomas Gottschalk „Gottschalk live“. Getreu dem Motto „Seit 35 Jahren lassen Sie mich in Ihr Wohnzimmer – jetzt kommen Sie in meines“ erhofft sich die ARD aus der Kombination aus einem beliebten Moderator und dem Einsatz von Social Media Marketing eine neue, jüngere Zielgruppe anzusprechen.

Gottschalk live – Seit dem 23. Januar von Montag bis Donnerstag um 19.20 Uhr.

Offizieller Trailer zu “Gottschalk Live” from Gottschalk Live .

Die Sendungen dauern jeweils 30 Minuten und machen zurzeit eher durch die Häufigkeit der Werbepausen auf sich aufmerksam, als durch den Inhalt. Zuschauer, die normalerweise dazu neigen sich das Programm öffentlich-rechtlicher Sender anzusehen, dürften das Gefühl bekommen, dass sie den Privatsender RTL anstatt die ARD eingeschaltet haben. Doch da gelobt die ARD Besserung wie der Mediendienst meldet – was ja auch geschehen ist (siehe Beitrag weiter unten).

Durch die vielen Werbepausen kommt es einem vor, als habe Thomas Gottschalk keine Zeit eine Geschichte – eine Kombination aus Promi Klatsch und Tratsch und seinen persönlichen Anekdoten – richtig zu Ende zu erzählen. Er springt gehetzt von einem Thema zum nächsten und lässt den Zuschauern kaum Zeit zum Folgen. Prominente Gäste wie Anke Engelke oder Karl Lagerfeld, die in seinen Sendungen auftreten und sich mit Thomas Gottschalk über die verschiedensten aktuellen Themen unterhalten, sollen die Sendung für die junge Zielgruppe attraktiv erscheinen lassen.

Zudem wurde für diese Sendung eigens eine Facebook-Fanpage eingerichtet, auf der sich die Zuschauer nach den jeweiligen Sendungen austauschen können.

Seit letzter Woche Montag haben immerhin schon 23.000 Fans den Weg auf die Facebook-Fanpage gefunden. Hier kommentieren die Fans rege, sowohl in positiver als auch negativer Weise, die Beiträge der Redaktion. Auffällig, dass es wohl viele Kommentare gibt und somit auch viele Fragen (wo ist denn der Chat usw.), aber der Seitenadmin (Redaktion) darauf kaum reagoert. Hier macht es den Anschein, dass der eher eine ruhigere Kugel schiebt und die Fragen der Fans einfach offen lässt.

Insgesamt gibt es viele Informationen rund um die Sendung, Links zum Podcast und Livestream der Sendung sowie Einblicke hinter die Kulissen.

Bei einem Blick auf die Internetseite zur Sendung fällt auf, dass es auch einen Twitter-Kanal gibt. Hier hat die Sendung über 13.000 Follower die alle Fragen mit netten Kommentaren der Redaktion beantwortet bekommen. Was auf Facebook fehlt funktioniert also auf Twitter. Vermutlich kann halt der/die Administrator(in) einfach nicht überall sein ;-) . Außerdem gibt es viele Informationen rund um die Sendung und natürlich Thomas Gottschalk. Ein hier verfügbarer Livestream, einen Chat, über den Thomas Gottschalk mit seinen Fans kommuniziert und eine Community für die Fans runden das scheinbar interaktive Format der Sendung ab.

Gottschalk – “Wollt ihr mehr Gebühren zahlen”?

Auf die Kommentare der Zuschauer, ob die häufigen Werbepausen nicht abgeschafft werden können, antwortete Thomas Gottschalk mit dem Spruch „Gerne, wenn ihr mehr Gebühren zahlen wollt“.

Ob dieser Kommentar wirklich dazu beiträgt, die Zuschauer weiterhin an die Sendung zu binden?

Kurz darauf verkündete die Redaktion via Twitter, dass sich die Verantwortlichen dem „Werbeproblem“ annehmen werden. Tatsächlich wurden die Werbepausen von drei auf zwei verkürzt, dafür ist eine Werbepause jetzt von längerer Dauer.

Das vermittelt den Zuschauern zumindest das Gefühl,  dass ihre Bedürfnisse ernst genommen werden.

Den Kommentaren auf Facebook ist allerdings auch zu entnehmen, dass die Redaktion bereits einige negative Beiträge gelöscht hat – und das gefällt vielen Fans ganz und gar nicht:

Der Ansatz, den Sender für die jüngere Zielgruppe attraktiver gestalten und nahe an die Zuschauer heranzukommen ist grundsätzlich als sehr positiv zu bewerten. Jedoch konnte die ARD bisher eher wenig Erfahrung mit jungen Zuschauern und deren Bedürfnissen im Bereich „Networking“ sammeln.

Zu kritisieren ist, dass die Beiträge der Teilnehmer bisher noch zu wenig in die Live-Sendung einfließen und sich die Verknüpfung der Sendung mit Social Media nicht so neuartig darstellt, wie zuvor angekündigt und erwartet. Die Zuschauerzahlen sind in wenigen Tagen von über 4 Millionen am ersten Tag auf unter 2 Millionen gefallen, was aber die WDR-Intendatin Monika Piel laut eigener Aussage noch keineswegs nervös mache.

Es bleibt abzuwarten, welche Konsequenzen die langen Werbepausen und der eher unspektakuläre Einsatz von Social Media in dem Zusammenhang haben. Die junge Zielgruppe wird wahrscheinlich nach kurzer Zeit das Interesse verlieren und ältere Menschen, die wohl zu den größten Fans von Thomas Gottschalk zählen, haben eher Berührungsängste mit Sozialen Netzwerken. Diese Vermutung bestätigt auch die Facebook-Fanpage von Thomas Gottschalk selbst, die erst seit Januar diesen Jahres existiert und nur mit rund 16.000 Fans bisher von sich reden macht ;-)

Was meint ihr zu diesem “neuen” Format der ARD?

 

Alexandra

Autorin: Ich heisse Alexandra Stangl. Meinen Bachelor-Abschluss habe ich an der Hochschule Zweibrücken mit der Studienrichtung „Mittelstandsökonomie“ absolviert, unweit von meinem Heimatort Kaiserslautern. Aktuell wohne ich in der Weltstadt mit Herz „München“, da ich dort zurzeit an der Hochschule meinen Master im Bereich Marketing-Management mache. Ich blogge in diesem Blog zu den Themen Social Media Marketing und Online Marketing.

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