Jan Ullrich – Doping nicht nur für die Haare

Jan Ullrich war diese Woche mal wieder in sämtlichen Schlagzeilen der Medien zu finden. Dopingvorwürfe führten zu einer rückwirkenden Aberkennung des Tour-de-France-Titels von 2005 und einer zweijährigen Sperre.

Für alle, die bei diesen Neuigkeiten genervt die Augen verdrehen, gibt es bald kein Entkommen mehr: Die Marke Alpecin verkündete diese Woche, dass Jan Ullrich der neue Markenbotschafter werden soll.

Die Marke, die seit langem mit dem Spruch „Alpecin – Doping für die Haare“ wirbt, hat nun den Ex-Radsportprofi engagiert.

Das Unternehmen hat, laut eigener Aussage, kein Problem mit Jan Ullrichs negativen Schlagzeilen und betont, dass diese Kooperation mit dem Werbeslogan der Marke rein gar nichts zu tun hat.

Alpecin und der Radsport

Die Marke Alpecin ist in der Tat schon seit längerem in der Radsportliga unterwegs: Vor rund 40 Jahren hatte das Unternehmen sein eigenes Fahrerteam. Mit Jan Ullrich möchte das Unternehmen erneut an den Radsport anknüpfen. Geplant ist für den Sommer 2012 ein Alpecin-Cycling-Day, bei dem auch Hobbyradfahrer auf ihre Kosten kommen sollen. Bei diesem Event wird auch Jan Ullrich zugegen sein und den Radsportfans moralische Unterstützung leisten.

Quelle: http://www.alpecin-cyclingday.de/

Die Strategie der Marke Alpecin liegt in der Internationalisierung. Die Marke möchte weltweit an Bekanntheit erlangen, hierbei soll vor allem Jan Ullrich wertvolle Unterstützung leisten.

Werfen wir doch mal einen Blick auf die derzeitigen Marketing-Aktivitäten der Marke Alpecin:

Die Homepage wartet mit einem schlichten rot-weißen Design auf. Informationen rund um das Thema „Haarausfall“ finden sich hier. Ein Blick auf die Kontaktseite lässt

unter dem Punkt „International“ erahnen, dass das Unternehmen seine Produkte bereits in vielen Ländern vertreibt. Auf der Homepage ist jedoch kein Link zu Facebook oder anderen sozialen Netzwerken zu finden. Dies macht sich auf der Facebook-Fanpage der Marke bemerkbar: Nur 140 Fans folgen hier zurzeit den bisher spärlich veröffentlichten Nachrichten. Der Fairness halber muss man jedoch anmerken, dass die Facebook-Page erst sein Anfang Januar 2012 existiert. Eine internationale Twitter-Seite  existiert bereits seit 2009, jedoch wurden bisher lediglich drei Nachrichten veröffentlicht, denen 150 Follower gefolgt sind.

Markenbotschafter Jan Ullrich hat auf Facebook immerhin rund 17.000 Fans.

Quelle: https://www.facebook.com/janullrichoffiziell

Fraglich ist, ob diese Strategie der Marke Alpecin auf diese Weise wirklich internationale Erfolge „einfahren“ kann und wird. Der negative Beigeschmack von Doping, den der Radsport mittlerweile innehat  - und auf den die Marke aber aktuell ganz bewusst setzt – ist eine gewagte Kombination.

Zumal haftet Jan Ullrich, trotz vehementer Verteidigung der Vorwürfe, wohl weltweit ein eher negatives Image an. Doping im Rahmen der Werbung zu „verherrlichen“ wirft nicht unbedingt ein gutes Licht auf die Marke, die schon seit jeher auf die Kooperation mit diversen Sportlern setzt.

Nichtsdestotrotz ein geschickter und perfekt getimter Schachzug des Unternehmens, um Aufmerksamkeit zu erregen. Ob die hohe Aufmerksamkeit in positive oder negative Reaktionen der Konsumenten umschlägt bleibt abzuwarten. Die Fans auf Facebook sind sich auch noch nicht einig.

 

Was ist eure Meinung zu diesem Werbeauftritt von Jan Ullrich?

 

Alexandra

Autorin: Ich heisse Alexandra Stangl. Meinen Bachelor-Abschluss habe ich an der Hochschule Zweibrücken mit der Studienrichtung „Mittelstandsökonomie“ absolviert, unweit von meinem Heimatort Kaiserslautern. Aktuell wohne ich in der Weltstadt mit Herz „München“, da ich dort zurzeit an der Hochschule meinen Master im Bereich Marketing-Management mache. Ich blogge in diesem Blog zu den Themen Social Media Marketing und Online Marketing.

Kommentare (2) Schreibe einen Kommentar

  1. Ich glaube, die meisten Leute sind von den Dopingvorfällen im Radsport mittlerweile so hinreichend gelangweilt, dass eine solche Werbestrategie gut funktionieren kann. Doping unter Radsportlern ist für alle nichts mehr neues und keinen interessiert es doch wirklich mehr. Ich finde die Idee von Alpecin daher klasse und denke, dass sie damit Erfolg haben werden.

    Antworten

    • Ich musste auch schmunzeln, als ich zum ersten Mal von dieser Werbekombination gehört habe. Bin gespannt, ob der Plan aufgeht…

      Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.