Social Media Strategie – Starten und Lernen – Schritte 5 und 6

Im letzten Teil meiner 6-teiligen Serie, wie Unternehmen den Start in die Welt der sozialen Medien schaffen, geht es ums Tun – also den Start nicht unnötig zu verzögern, obwohl schon alles vorbereitet ist.

Wenn die Social Media Strategie steht und die Akteure benannt sind, kann es mit der Umsetzung losgehen. Es gilt, die ersten Inhalte zu erstellen und nicht enttäuscht zu sein, wenn die Kommunikation nicht sofort in Gang kommt. Schließlich muss das neue Angebot erstmal bekannt gemacht werden und sich als nachhaltig und dauerhaft etablieren.
Werden Sie also nicht müde, auf den gewählten Kanälen interessante Inhalte anzubieten. Stellen Sie Ihr Unternehmen, seine Produkte und Dienstleistungen authentisch dar und lassen Sie auch Blicke hinter die Kulissen zu. Damit das ganze nicht ins Stocken gerät, weil z.B. gerade keine aktuellen Beiträge zur Publikation vorhanden sind, empfiehlt sich ein Veröffentlichungsplan zu erstellen. Was soll wann und von wem (wenn mehrer Mitarbeiter beteiligt sind) publiziert werden.

Nehmen Sie außerdem mit wertvollen Beiträgen an Diskussionen in anderen Blogs und Diensten teil, um Ihr Kontaktnetzwerk langsam aufzubauen. So sammeln Sie auch wertvolle Erfahrungen, wie Ihre Mitbewerber agieren, wie sich Ihre Zielgruppe verhält und mit welchen Themen sie besonders gut zu erreichen ist.
Sobald es Rückmeldungen auf Ihre Social Media-Aktivitäten gibt, ist eine schnelle und individuelle Reaktion notwendig. Antworten Sie offen und persönlich und gehen Sie sachlich und konstruktiv mit Kritik um. Wenn Sie daraus wirklich Verbesserungspotenziale ableiten, umsetzen und bekanntgeben, können Sie einige neue Anhänger und Kunden gewinnen.
Am besten reservieren Sie sich bestimmte Zeitfenster pro Woche für die Social Media-Aktivitäten, die nicht durch andere Aufgaben belegt werden dürfen. Eine weitere wichtige Zutat im Social Media-Bereich ist Geduld. Bleiben Sie dran, geben Sie nicht auf, sondern rechnen Sie damit, dass Sie möglicherweise mehrere Monate investieren müssen, bis der Einsatz die erhofften Früchte trägt.

Überprüfen Sie Ihre Aktivitäten und ihre Auswirkungen in regelmäßigen Abständen. Einen ROI (Return on Investment), wie er aus dem klassischen Marketing bekannt ist, gibt es auch in den sozialen Neztwerken. Diese Messgrösse ist aber äusserst schwierig und und nur mit sehr viel Aufwand, Technik, Kosten und Manpower zu ermitteln. Und erst noch recht ungenau. Daher wird viel mehr ein anderer Wert, das Return on Engagement als Messgrösse herbeigezogen. Wie engagiert sind z.B. die Fans auf Ihrer Facebookseite? Dazu bietet Facebook selber, im Adminbereich,  eine recht umfangreiche Statistik (Facebook Insights) an, anhand derer Sie herausfinden können, wie oft z.B. ein Beitrag mit “gefällt mir” geklickt wurde oder wie viele Ihrer Beiträge kommentiert wurden. Auch andere Plattformen bieten solche Messinstrumente an. Für den eigenen Blog lohnt sich wiederum das Einbinden von Google Analytics.

Beim Return on Engagement geht es also in erster Linie darum, direkt messbare Größen wie Zugriffszahlen, die Menge an Kommentaren oder Fans und die Entwicklung bei den Aufträgen, Umsätzen oder Kundenzahlen zu ermitteln und zu analysieren. Die Analyse sollte auf der anderen Seite aber auch weiche Faktoren berücksichtigen. Beteiligt sich wirklich die gewünschte Zielgruppe an der Diskussion? Wie und was wird diskutiert? Wie sind die Rückmeldungen an das Unternehmen? Und stimmt die tatsächliche Entwicklung mit der Strategie überein?

Sicher werden nicht alle Aktivitäten die erwarteten Wirkungen haben. Deshalb gilt es auch, das eigene Vorgehen kritisch zu betrachten. Beim Social Media Marketing gibt es keine Patentrezepte mit Erfolgsgarantie. Vielmehr muss jeder seine eigenen Erfahrungen machen, erfolgversprechende Wege weiterverfolgen und wenig erfolgreiche Wege verlassen. In jedem Misserfolg steckt die Chance, etwas daraus zu lernen und beim nächsten Versuch anders vorzugehen.
Natürlich kommen auch Fehler vor. Versuchen Sie hier die Ursachen zu ermitteln, um die entsprechenden Korrekturen vornehmen zu können. Und gehen Sie immer offen mit Fehlern um. Niemand ist perfekt, und wenn Sie zum Fehler stehen und konstruktiv damit umgehen, können Sie sogar Sympathien gewinnen.

Mit einem Wechselspiel aus Aktivitäten, Kontrolle und Anpassungen bleibt das Social Media Marketing spannend und bietet langfristig gute Erfolgschancen.

Haben Sie einfach Freude am offenen und ehrlichen Kommunizieren mit Ihrer Community, dann erhalten Sie von dieser auch einiges wieder retour!

 

Weitere Beiträge zu dieser Serie:

1. Die Vorbehalte der KMU gegenüber den Social Media Diensten

2. Der Einstieg in die Welt der sozialen Medien

3. Monitoring für klein- und mittelständische Unternehmen

4. Strategie und Zielsetzung

5. Die passenden Social Media Plattformen

6. Starten und (dazu) Lernen

 

Robi Lack

Social Media Fan und laufend auf der Suche nach den neuesten Trends und Impressionen im Social Web. Leistet beratende Unterstützung bei klein- und mittelständischen Unternehmen in deren Web Marketing Aktivitäten. Dozent, Blogger und teilt auch gerne Sachen im Netz die wirklich teilenswert sind.

Kommentare (3) Schreibe einen Kommentar

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