Vor einigen Wochen habe ich mir ja ebenfalls eine eigene Facebook Fanpage eingerichtet. Da die Freunde auf meiner Profilseite mehr an Beiträgen über mich, respektive von mir und nicht speziell an Social Media Themen interessiert sind, konnte ich nicht erwarten, dass sie mir einfach so auf meine neue Seite folgen würden (was ich durchaus nachvollziehen kann). Was also tun? Ganz einfach, Ich muss(te) ich mit einem Neuaufbau einer Fangemeinschaft beginnen.
Die Werbekampagne “moreFans” habe ich ganz einfach konzipiert. Auch die Ziele waren einfach. Es gab nämlich nur ein Ziel und das hiess: Die Seite hat bis Ende März 100 Fans. 100 Fans also in rund 6 Wochen.
Die Werbeträger und –mittel dazu waren:
- Facebook Werbeanzeigen – Splittest
- “one Klick” Fanbutton (auf meinem Blog)
- Einen Hinweis in einem meiner Newsletter
Die ganze Kampagne sollte zudem nicht aufdringlich wirken (deshalb auch nur 1 Mitteilung im Newsletter). Und bezüglich der Facebook Werbanzeigen wollte ich Hinweise über deren Effektivität erhalten. Deshalb habe ich mich für einen Anzeigen Splittest entschieden.
Das Ziel wurde erreicht. Die Seite hat noch vor dem letzten Tag im Monat März über 100 Fans erhalten.
Gestaltung der Werbeanzeigen
Werbeinserate auf Facebook müssen auffallen, sonst werden sie ignoriert. Deshalb habe ich mich für folgende 4 Inserate entschieden:
Eine Anzeige mit einem Teaser “hier nicht klicken!” und eine Anzeige mit einem Portraitbild “! nicht beachten…”. Dazu zwei verschiedene Texte die jeweils mit den Bildern kombiniert wurden. Die Anzeigen wurden alle am gleichen Tag bei Facebook eingestellt.
Zielgruppe
Ueber die Facebook-Anzeigen-Filter “gefällt mir & Interessen” habe ich folgende Zielgruppe selektioniert:

Meine eigentliche Zielgruppe sind KMU, die sich für Onlinewerbung, Marketing, Social Media Marketing usw. interessieren.
Vom Alter her habe ich mich für die Altersgruppe 20+ entschieden. Ich gehe davon aus, dass jüngere User nicht gross Interesse an Scoial Media Themen für KMU haben. Ueber den Stichwortfilter habe ich dann diejenigen Begriffe ausgewählt, die mir Facebook auf meine persönlichen Suchbegriffe (siehe oben) empfohlen hat. Mit dem Angebot der Stichwörter war ich nicht besonders glücklich. Insgesamt hatte ich so eine doch eher bescheidene Menge von nur etwas über 12’000 möglichen Interessenten erhalten. Der Stichwortfilter bei Facebook wird aber ständig angepasst und dürfte hoffentlich in nächster Zeit eine ansprechende Qualität erreichen.
Budget
CHFr. 100.–. Es wurde dann aber, wer hätte es gedacht
, etwas mehr.
Auswertung

Dies in einem Zeitraum von 6 Wochen. Die Klicks und Click-Through-Rate sind eher bescheidene Werte. Allerdings wurden meinerseits auch nie Korrekturen vorgenommen. Weder an den Anzeigen noch bei der Verwendung von anderen/neuen Schlüsselwörtern.
Was man aber deutlich sieht, ist dass die eine Anzeige (more Fans2) wesentlich öfter angeklickt und dadurch natürlich mehr eingeblendet wurde. Facebook benützt einen sogenannten Algorhitmus, der den erfolgreichsten Anzeigenauftritt anhand verschiedener Kriterien festlegt. Ein Kriterium ist die Klickrate. Je mehr die Anzeige angeklickt wird, umso öfter wird sie von Facebook eingeblendet (Impressionen). Schliesslich will Facebook mit diesem System in erster Linie ja Geld verdienen
Man kann also davon ausgehen, dass die Anzeigen “more Fans” und “more Fans3″ bei der Zielgruppe nicht unbedingt ankamen. Interessanterweise sind es auch die beiden Anzeigen, die vom Bild her gleich aussehen. Ich bin allerdings etwas überrascht, dass es gerade diese beiden Anzeigen sind. Weiss man doch aus der Neurologieforschung, dass das Wort “nicht” vom Hirn eben nicht wahrgenommen wird. Demzufolge müsste die Aufforderung “hier (nicht) klicken” eigentlich ein vermehrtes Klicken auslösen. Allerdings weiss man auch, dass Bilder, auf denen Personen oder Gegenstände abgebildet werden, besser wahrgenommen werden als reine Symbole.
Leider konnte ich auch nirgends erfassen, wieviele Fans ich jetzt effektiv über Werbeanzeigen erhalten habe. Diesbezüglich hat Facebook in den letzten Tagen noch eine Neuerung vorgenommen. Für Anzeigen, die auf eine externe Seite verweisen, kann jetzt über das Besuchsaktionsauswertungs Tool ein Script in die entsprechende Webseite eingebunden werden (ähnlich Google Analytics) welches dann entsprechende Auswertungen vornimmt.
Trotzdem für Fan-Werbeanzeigen gibt es so eine Auswertungsmöglichkeit nicht.
Fazit
- Das Ziel der 100 Fans wurde nicht rein über die Anzeigenkampagne bei Facebook erreicht.
- Eine Anzeigenkampagne sollte deshalb immer breiter abgestützt werden (Facebook, Google AdWords, eigene Webseite usw.).
- In einem Splittest kann herausgefunden werden, welche Anzeige bei der Zielgruppe am besten ankommt.
- Die laufende(n) Anzeige(n) müssen immer wieder angepasst werden (Keywörter)
- Keywörter gut und überlegt aussuchen (Der Begriff Social Media u.ä. hätte in meinem Fall unbedingt ergänzt werden sollen).
- Bei Anzeigen auf externe Landingpages im Besucherauswertungs Tool unbedingt ein Script erstellen und einbinden.
- Läuft eine Anzeige auch nach verschiedenen Korrekturen nicht wie gewünscht, ist besser wenn man sie auswechselt.
- Am Anzeigentext herumfeilen lohnt sich.
Insgesamt konnte ich so, über verschiedene Varianten, einige neue Fans gewinnen. Und die finanziellen Investitionen waren sicherlich im Rahmen (Kosten von ca. CHFr. 1.–/pro Fan). Die wichtigste Erkenntnis aus meiner Seite aber ist die, dass der Inhalt auf der Fanpage informativ und auf die Zielgruppe zugeschnitten sein muss. Denn Fan wird nur, wer für sich auch einen Angebotsnutzen sieht.
Habt ihr auch Erfahrungen mit Werbeanzeigen gemacht? Dann teilt mir doch eure Meinungen im Kommentarbereich mit. Ich interessiere mich dafür. Vielen Dank.
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